Pfingsten: Mut zur Vielfalt in der Einheit

Liebe Pfarrgemeinde,

die Pfingstlesung (Apg 2,1-11) zeigt uns die Kirche in ihrer Geburtsstunde: Vom ersten Augenblick ihres Daseins an spricht sie in allen Sprachen und ist doch eins in demselben Geist. Von ihrem Ursprung her ist sie universal (also katholisch).

Der Geist erfasst alle Völker. Er eröffnet der Kirche einen weltweiten Horizont. Er führt sie über die politischen und kulturellen Grenzen hinaus. Und er wirkt in der Vielfalt der Sprachen die Einheit im Verstehen.

Weltkirche sein erfordert Mut zur Vielfalt in der Einheit. Wenn die Kirche in allen Völkern lebt und alle Sprachen spricht, wird sie von selbst farbig und bunt. Das muss sie sein und bleiben, um ihrer selbst willen. Es kann und darf in der Kirche keine Ausländer geben. Einheit und Vielfalt, das ist die große Herausforderung unserer Weltenstunde im Zusammenleben der Völker. Einheit und Vielfalt sind keine Alternativen, sie gehören zusammen, wie in einer Familie jeder und jede anders ist und doch alle miteinander verbunden sind. Die Kirche soll Zeichen der Einheit unter den Völkern sein. Das kann sie nur, wenn sie selbst weiträumig genug ist, wenn sie also wirklich katholisch ist.

Ich wünsche uns allen, dass wir auch in unserer Pfarrei St. Wolfgang die Einheit in der Vielfalt leben.

Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest,
Wolfgang Hierl, Pfarrer